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Ich habe vor kurzem eine News gelesen, die in so oder einer anderen Form vermutlich jeder schon einmal gehört hat: “Spiel xy bekommt einen Ingame-Shop”.

“Mal wieder ein Ingame-Shop für ein MMORPG, mal wieder ein DLC, mal wieder ein Mappack ist doch alles halb so wild” mag man da denken, schließlich kommen solche Meldungen ja häufig.

Mittlerweile nimmt dies meiner Meinung nach aber etwas unverschämte Formen an. Der neueste Kandidat hierfür ist DC Universe Online. In seiner gänze könnt ihr dies hier im der entsprechenden News der Gamestar nachlesen:

Wenn man die News auf die Kernaussage beschränkt, so heißt dies folgendes: für rein kosmetische Veränderungen (Kostüm) bzw. Spielerleichterung (Ausrüstung reparieren) soll man hier bei einem Spiel, für das man monatlich Abogebühren zahlt noch zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Ein bis fünf Euro kosten diese Angebote (damit alle merken wie wenig das ist kriegt es noch nen schönen niedlichen Begriff, Micropayment klingt gut).


Bei Free2Play Titeln (bspw. Runes of Magic, Herr der Ringe Online), die darauf basieren, dass man keine monatlichen Kosten hat und sich das gesamte Spiel über diese Microtransactions finanziert finde ich das ganz in Ordnung, irgendwoher müssen die Entwickler ja auch bezahlt werden, aber hier bei einem Spiel wo eine Menge Leute Monatsgebühren zahlen reicht dies nicht aus um die Kosten zu decken?

Ein weiteres Beispiel ist leider EVE, hier wurde gerade mit der neuesten Erweiterung ein Ingame-Shop eröffnet. Man kann sich theoretisch die Währung für den Ingame-Shop auch mit Ingame-Währung kaufen, jedoch für unverschämte Summen. Hier eine kleine Veranschaulichung wie das läuft:

Außerdem kauft man diese nur von anderen Spielern, die hierfür also schon reales Geld hingelegt haben. Glücklicherweise handelt es sich hier ebenfalls nur um kosmetische Änderungen und nichts bringt einem einen spielerischen Vorteil.

Aber im Vergleich zu DCUO geben sich die Entwickler von EVE nicht mit Kleinkram zufrieden, der teuerste Gegenstand ist wie ich gelesen habe ein Monokel für umgerechnet 50 Euro … na wer spricht hier noch von Micropayments???

Sicher, nirgendwo werden sich entscheidende Spielvorteile erkauft … noch. Mit dem heutigen System habe ich im Grunde kein Problem, es stört mich nicht wie das System heute ist sondern wie es werden kann. Vermutlich werden sich tatsächlich die ein oder anderen User finden, die ein Monokel für 50 Euro kaufen werden, aber was passiert, wenn entweder nicht genug oder aber zu viele Leute hier einkaufen?

Entweder heißt es “das Angebot wird so toll wahr genommen, wir erweitern es” und schwupps kommen im Laufe der Zeit spielentscheidende Gegenstände / Optionen hinzu oder “das Angebot wurde gar nicht wahr genommen, wir müssen aber irgendwie die kosten reinholen” und nochmal schwupps, nun muss man halt Dinge anbieten, die die Leute wirklich haben müssen.

Es nimmt einfach Überhand wofür die Spieleentwickler heutzutage Geld haben wollen. Mappacks für Ego-Shooter die früher in nem Patch nachkamen. DLCs (mein Unwort der letzten Jahre) die früher nichtmal als Addon gegolten hätten.

Und das eigentlich schlimme worüber ich immer wieder den Kopf schütteln muss, es wird gekauft …

Spieler beschweren sich häufig darüber, dass Spiele schlechter sind als früher, sie wären einfacher, kürzer oder auch nur ein neuer Aufguss des immer gleich. Aber leider ist dies ein Markt wie jeder andere auch, geleitet nur von einem Prinzip, Angebot und Nachfrage.

Langer Rede kurzer Sinn, ja alle Entwickler von Spielen sind böse, denn sie tun was unerhörtes, sie versuchen mit dem geringsten Aufwand den meisten Umsatz zu machen … (wer von uns würde das nicht tun?) also einfach einmal drüber nachdenken, ob es einem gefällt wo die Entwicklung hingeht und ob man wirklich den xten Download oder die 100ste Kostümoption braucht.

von Stefan am 15. Juli 2011 um 10:59  Keine Kommentare
 
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