So, nun kommt auch mein erster Bericht.
Die GamesCom 2010. Stressig. Ja, das muss gleich mal vorweg gesagt werden. Angereist bin ich am Donnerstag früh, wieder nach Hause am Freitagabend.
Für diese zwei Tage war ich ganz schön platt. Das ewige Anstehen an den diversen Stationen um mal kurz 5-10 Minuten etwas anspielen zu können (vor allem Games welche ich mir eh zulegen werde) ist wohl nicht mehr so mein Fall. Früher war ich da schon anders drauf.
Ich bin mit meinem Kumpel und deren Freundin gleich mal um 10.00 Uhr zu Nintendo gedüst (nun ja, wenn man eine Laufgeschwindigkeit von 1m/Std beim Eingang als „Düsen“ bezeichnen kann) und haben uns, intelligent und gerissen wie wir waren, in die Schlange von Zelda gestellt. HA! Beste Idee ever! Wir mussten nur 2 Stunden anstehen um 5 Minuten spielen zu können! Und die 5 Minuten hatten es in sich sage ich euch! Immerhin kannte ich die Spielsequenz in und auswendig vom Miyamoto-E3-Video und konnte somit alles herausholen was ging! (Erkennt ihr den Sarkasmus?)
Eine Änderung zu den vorherigen Jahren (einschließlich der GamesConvention-Leipzig-„Oh-Gott-wie-ich-sie-vermisse“) ist mir aber aufgefallen: Die Zeit zum Anspielen im Gegensatz zu früher. Während man früher eigentlich alles nur ganz kurz anzocken konnte, welches auch von den unzähligen Stand-Hostessen überwacht wurde, war es dieses Jahr eben nicht so.
Bestes Beispiel bei Killzone 3 in 3D. Es standen 6 Leutchen vor mir und einer am Gerät. Dieser eine am Gerät war aber wohl auch der Eigentümer. Zumindest hat er so unverschämt lange gezockt, dass man das Gefühl bekam ihm gehöre das Spiel. Über 15 Minuten habe ich allein gezählt und als ich mich anstellte war er schon am zocken…
Dementsprechend natürlich auch die Reaktion der 6 Personen vor mir: „Das wird heute ewig dauern. Aber ich werde mir dann auch Zeit lassen. Unter 10 Minuten wird 100%ig nichts sein.“ Damit hat sich für mich der Fall erledigt. Keine Lust über eine Stunde anzustehen nur um das Game 10-15 Minuten anzuspielen, vor allem wenn man permanent von einer wartenden Schlange ununterbrochen angeknurrt wird. Hätte ich einfach keine Ruhe gehabt. Es gab zwar ein „Crewmitglied“ welcher vielleicht mehr Druck hätte ausüben MÜSSEN, aber dieser war mit anderen Dingen, wie Löcher in die Weltgeschichte durch seine Blicke zu brennen und sich nicht zuständig zu fühlen, beschäftigt.
Tja, ein zweischneidiges Schwert wie man sieht. Auf der einen Seite bekam man schon viel Zeit zum zocken, auf der anderen musste man sich aber auch extrem gedulden und nebenbei die Thromboseerscheinungen in den Beinen immer wieder neu herausmassieren. Zudem zog man sich dann auch, wie oben beschrieben, den Hass des wartenden Volkes auf sich.
Leider war es an einigen Ständen so. Man stand sich die Füße in den Bauch und konnte dann nur hoffen auch dafür mit einer längeren Spielzeit entschädigt zu werden. Hat aber nicht immer geklappt.
Das nächste Problem war Folgendes: Man wusste, man bekommt ein T-Shirt (welche dieses Jahr zum Teil endlich auch mal tauglich für den Alltag waren) wenn man hier und da ins Kino geht und sich den Trailer anschaut und was war? Es gab irgendwann mal keine mehr. „Sorry, unser Kontingent ist für heute ausgeschöpft. Kommt einfach morgen noch mal.“ KLAR! Ich stand zwar eben mal kurz eine Stunde an um mir ein 5-minütiges-Video anzuschauen, welches vermutlich morgen schon überall im Internet anzuschauen ist, nur um morgen NOCH EIN MAL zu kommen, mich WIEDER eine Stunde anzustellen, mir WIEDER den SELBEN Schnipsel anzuschauen um dann endlich ein T-Shirt zu bekommen… Nun ja, manche haben es sicherlich getan. Genau wie manche wohl auch die Zehennägel von Megan Fox zum Frühstück abkauen würden. Ich jedenfalls nicht, danke.
Also eins muss man sagen, bei den früheren GC´s gab es solche Probleme nicht.
Angeblich, laut der Aussage des Ubisoftmoderators, standen am Donnerstag Assassins Creed Brotherhood-Begeisterte ganze 5 Stunden an um sich die Spielsequenzen des Einzelspielermodus anzusehen und danach sich selbst am Mehrspielermodus zu versuchen. Man stelle sich das mal vor! Alle Achtung kann ich da nur sagen. Fast schon krank. Da hätte ich ganze 15 Minuten Zelda am Stück spielen können bei 5 Stunden schlangestehen!
Was mir positiv aufgefallen ist, es gab nicht mehr diese typischen Marktschreier aus den letzten Jahren seitens Sony. Alle, also MS, Sony und Nintendo, haben ihr eigenes Ding gemacht und die Konkurrenz nicht schlecht gemacht. So war es vor ein paar Jahren leider zu oft der Fall. Man merkt doch, dass Sony und MS wieder einiges aufholen müssen um an Nintendo heranzukommen. Zudem haben die beiden durch die Wii gemerkt, woran der Markt im Moment sein Interesse hegt.
Und da wären wir auch schon beim nächsten Thema: Kinect und Move.
Ich mache es kurz. Kinect hatte in vielen Spielen einfach zu viele Schwachstellen. Manchmal funktioniert es einwandfrei, aber allzu häufig einfach überhaupt nicht. Entweder man steht nicht Millimetergenau auf den Punkt, oder die Kamera wird durch andere Bewegungen/Personen verwirrt und damit gestört was eine Neukalibrierung im Sekundentakt mit sich zieht. Meiner Ansicht nach ist die Technik ohne alles noch sehr unausgereift und braucht einfach noch eine Weile. Etwas Positives hat Kinect aber: Man zahlt 150€ und ist damit voll ausgerüstet. Keine weiteren Kosten, bis natürlich auf die Spiele. Man hat auch keine weiteren Peripheriegeräte in der Wohnung herumfahren und kann einfach so viel Leute wie man will zum Zocken einladen.
Jetzt zu Sony´s Move: Hat insgesamt sehr gut funktioniert! Bis auf das miserable Spiel Fight, in dem man sich mit anderen Kampfsportlern messen muss aber leider fast nicht wegen der zu schnellen Bewegungen die man macht funktionierte, waren die anderen Games super spielbar. Insbesondere Tischtennis machte Mordsspaß.
In Heavy Rain Move Edition musste man sich allerdings erst mal an alles gewöhnen. Die alltäglichsten und einfachsten Handbewegungen wie Türe auf und zu, Glas heben und wieder abstellen wurden zur Orientierungs- und Geduldsprobe. Vielleicht lag die Verwirrung aber auch einfach nur an der Duschszene der gutbestückten Hauptdarstellerin mitsamt der wohl sehr kontroversen Szene „schaue-mir-beim-pippi-machen-zu“.
Das neue Socom war ebenfalls sehr toll. Zwar eine absolut überladene Steuerung, aber von der Zielgenauigkeit echt sauber. Toll habt ihr das gemacht liebe Sony´s!
Eine Frage hätte ich da aber noch: Was soll eigentlich diese absolut bescheuerte Nachlademöglichkeit bei Time Crisis? Man muss oben mit der anderen Hand auf den Knopf drücken? Was soll das denn? Bitte behebt das doch noch, ja?
Jetzt aber zum Nachteil von Move: Der Preis. Klar, kostet ja nur 59€ mit Spiel. Aber da fehlt, soweit ich weiß, immer noch der zweite Contoller den man benötigt. Wenn man den dann hat, kann man immer noch nur alleine spielen. Könnt euch also schon sehr gut zusammenrechnen wie viel Kohle ihr brauchen werdet für ein Mehrspielermatch und auch wie viel Platz um die ganzen Teile unterzubekommen.
Kommen wir jetzt noch zu Nintendo und abschließend auch zu meinen Messefavoriten plattformübergreifend.
Donkey Kong war für mich der Sieger bei Nintendo. Eine so schöne Steuerung mit so viel FUNKTIONIERENDEN Spaß zu zweit gab es schon eine Weile nicht mehr finde ich. Endlich mal wieder ein tolles 2D Game. Kann es nicht erwarten. Tolle Grafik, toller Sound und die Kongs eben.
Zelda hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Lag aber vermutlich daran, dass alles schon von der E3 bekannt war und nichts Neues gezeigt wurde.
Wii Party war auch sehr nett. Das Mario Party-Feeling mit dem Spielbrett und den Minigames macht Laune. Für alles andere war leider keine Zeit (Lust) mehr.
Jetzt noch kurz andere Games. Zu Portal 2 gab es ein Video welches mir sehr gut gefallen hat. Macht bestimmt viel Laune wenn man auf so Kopfnüsse steht.
Crysis war ebenfalls richtig krass. Grafisch einfach nur traumhaft! Super spielbar, aber trotz allem hoffe ich noch auf die eine oder andere Überraschung. Es gibt mittlerweile einfach schon zu viele richtig geile Shooter die allerdings alle nach Schema-F ablaufen.
Fable 3 hat sich zwar nicht wie ein Fable angefühlt, war aber schon sehr vielversprechend. Aber ein Action-RPG dieser Klasse einfach mal kurz anzutesten und sich ein Urteil bilden zu wollen würde ich als anmaßend bezeichnen und warte weiter ab.
Killzone 3 war einfach nur hammer, auch in 2D! Die 3 Demolevels waren richtig abwechslungsreich und boten auch eine Herausforderung. Ziemlich gute KI. Wird garantiert ein Hit.
Assassins Creed Brotherhood hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eigentlich komisch, da ich solche Onlinegames nicht so toll finde, aber das Prinzip und das Konzept waren sehr interessant und vor allem endlich mal wieder frisch. Hat mich echt mitgerissen.
Mein Fazit:
Wie schon erwähnt, übelst stressig, extrem laut wie immer, sehr voll, zu lange Wartezeiten, kaum Goodies (verdient die Industrie sich gerade an uns nicht dumm und dämlich?) kein 3DS für das gemeine Fußvolk aber im Großen und Ganzen toll. Ich war zwar froh die heiligen Hallen am Freitag verlassen zu können und überlegte mir auch kurz, ob ich mir diesen Stress noch mal geben muss. Als ich aber dann endlich zur Ruhe kam war ich überzeugt, ja, nächstes Jahr hast du mich wieder du miefige, dreckige, laute, nervige GC! Und ich will endlich mal Peter Molyneux treffen und ein Autogramm haben!!!
